Rom - die Ewige Stadt

Alle Wege führen nach… Rom

Um die Gründung der heutigen Hauptstadt Italiens, welche mit 2,8 Millionen Einwohnern auch gleichzeitig die größte Stadt des Landes ist, ranken sich viele Mythen. Sie liegt in der wunderschönen Region Latium, welche für ihre Hauptstadt erst bekannt wurde. Berühmt ist die Romulus-und-Remus-Sage, nach welcher die zwei Findelkinder Romulus und Remus von einer Wölfin aus dem Tiber gerettet und aufgezogen wurden.

Die Brüder wuchsen heran und angeblich hatte Romulus im Jahre 753 v. Chr. die Idee, eine Stadt zu errichten. Er begann mit dem Bau von Rom, welcher jedoch von einem tragischen Vorfall überschattet wurde: Remus nahm Romulus‘ Bemühungen nicht ernst und verlachte die noch unfertige Stadtmauer seines Bruders. Romulus, der diese Demütigung nicht hinnehmen konnte, tötete Remus. Nichtsdestotrotz setzte Romulus die Errichtung seiner Stadt fort und schuf damit ein urbanes Imperium, das mittlerweile auf eine drei Jahrtausende alte Geschichte zurückblicken kann. Im ersten Jahrhundert v. Chr. erhielt Rom durch den Dichter Tibull zum ersten Mal den Beinamen Ewige Stadt.

Rom wurde zum Statussymbol von Macht und Größe, es wurde die Stadt von Imperatoren wie Julius Caesar und ist auch heutzutage noch der Sitz einflussreicher Persönlichkeiten. So liegt heute im Inneren der Stadt der unabhängige Staat der Vatikanstadt, die unter dem Zepter des Papstes, des Oberhauptes der katholischen Kirche, steht. Rom besitzt zudem einen großen Reichtum an historischen Bauwerken, Museen, Theatern und anderweitigen Sehenswürdigkeiten und ist daher nicht zuletzt aufgrund seines florierenden Kulturlebens ein beliebter Anlaufpunkt für Touristen aus aller Welt. Im Jahre 1980 wurde die gut erhaltene Altstadt von Rom, die Vatikanstadt sowie der Petersdom von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Ein absolutes Highlight für Jugendliche, welche eine Italien Jugendreise nach Rom unternehmen.

Jeder Stein hat seine Geschichte

Als eine der größten Kulturstädte Europas ist Rom reich an Denkmälern aus der etruskischen Epoche bis hin zur Gegenwart und beherbergt eine Fülle von architektonischen Hinterlassenschaften aus der Zeit des Römischen Reiches. Dazu gehört vor allem das ganzheitlich unversehrte Pantheon, welches um 27 v. Chr. erbaut wurde und weltweit der einzige erhaltene Kuppelbau der Antike ist.

Das Kolosseum, welches aus dem Jahre 80 n. Chr. stammt, befindet sich nicht nur in intaktem Zustand, sondern ist ebenfalls Gegenstand einer modernen humanitären Tradition. Seit 1999 dient es als Mahnmal gegen die Todesstrafe. Jedes Mal, wenn ein Staat die Todesstrafe endgültig abschafft, wird das Kolosseum für 48 Stunden hell erleuchtet. Ebenfalls gut erhalten ist das Amphitheater, in dessen Arena in der Antike Gladiatorenkämpfe und andere Schauspiele stattfanden und das als Matrize für die Entwicklung späterer Theaterbauten in der Zeit der Renaissance diente.

Sehr sehenswert sind zudem die antiken Stadtmauern, die gut erhaltenen Triumphbögen und die öffentlichen Plätze wie das Forum Romanumund die Caracalla-Thermen, welche heute während der Sommermonate für Opernaufführungen genutzt werden. Insbesondere die Katakomben ziehen viele Touristen in ihren Bann: Hier wurden früher christliche Gottesdienste gefeiert und Begräbnisse abgehalten.

Alles nur Theater

Die Theaterkultur ist seit jeher fest im römischen Kulturleben verankert. Die Wurzeln der Darstellenden Kunst lassen sich bis zu den Gladiatorenspielen der Antike zurückverfolgen; die Entwicklung modernerer Theaterformen erlebte in der von Italien ausgehenden Bewegung der Renaissance im 16. Jahrhundert einen entscheidenden Auftrieb. Und auch architektonisch übernahm Italien eine Vorreiterposition bei der Ausprägung europäischer Theaterkultur.

Der erste nachantike Theaterbau wurde von dem Architekten Andrea Palladio in Vicenza errichtet und Teatro Olimpico getauft. Doch auch in künstlerischer Hinsicht gingen von Italien wichtige Impulse aus; so wurde hier erstmalig das Berufstheater etabliert und vom zu jener Zeit in Europa vorherrschenden Laientheater abgegrenzt. So ist es nicht verwunderlich, dass Rom eine ganze Bandbreite verschiedener Theater und Opernhäuser zu bieten hat; etwa 150 Theater und sechs Konzertsäle warten mit ihrem Programm auf.

Eines der ältesten Theater der Stadt ist das Teatro Argentina, welches im Jahre 1732 errichtet und mit der „Oper Berenice“ von Domenico Sarro eröffnet wurde. Hier wurden die Opern großer Komponisten uraufgeführt, unter anderem Giuseppe Verdis „I due Foscari“. Nicht zuletzt deswegen ist das Teatro Argentina eine Art Pilgerstätte für Theaterliebhaber – im Inneren befindet sich mittlerweile ein historisches Theatermuseum mit einem ausgedehnten Bilder- und Dokumentenarchiv, welches über dreihundert Jahre Theatergeschichte konserviert hat.

Ebenfalls sehenswert ist das Teatro dell‘ Opera di Roma, eines der größten Opernhäuser der Stadt, welches 1880 erbaut wurde. Besucher, die mehr der Musik als der Darstellenden Kunst zugetan sind, zieht es meist in den Norden Roms. Hier wurde im Jahre 2002 ein großer Konzertpark mit insgesamt drei Konzerthallen und bis zu 2.700 Plätzen errichtet.

Roms Schätze hinter Glas

Rom hat sich einen Großteil seiner antiken Vergangenheit bewahrt, den man heute in einer Vielzahl von Museen und Kunstgalerien bewundern kann. So auch bei unseren Jugendreisen in die Hauptstadt Italiens. Das älteste Museum der Stadt sind die 1471 eröffneten Kapitolinischen Museen, unter anderem auf dem Kapitolshügel, im Konservatorenpalast und dem Palazzo Nuovo vertreten.

Sie enthalten nicht nur mehrere antike Sammlungen, sondern beherbergen auch eine der bedeutendsten Kunstgalerien weltweit. Anlässlich der Eröffnung der Kapitolinischen Museen stiftete Papst Sixtus der Stadt Rom seine Sammlung antiker Skulpturen griechischer und römischer Götter. Diese sowie weitere Kunstgegenstände aus dem vatikanischen Bestand sind heute in einem der Museen zu bewundern. Auch dieVatikanischen Museen gehören zu den Perlen der Kunstszene Roms. In ihnen finden sich die päpstlichen Kunstsammlungen, darunter etruskisch-italische Altertümer, orientalische Altertümer, mittelalterliche Kunstgegenstände sowie Werke aus Renaissance und zeitgenössischer Kunst.

Ebenfalls sehenswert ist die Villa Giula. Diese befindet sich im ehemaligen Landhaus von Papst Julius III, wurde im 16. Jahrhundert errichtet und bietet eine umfassende Sammlung etruskischer und antiker römischer Kunst dar. Wer sich für griechische und römische Plastiken interessiert, sollte dem Museo Nazionale Romano, welches sich in einem von Michelangelo persönlich entworfenen Kloster befindet, einen Besuch abstatten.

Ein Paradies für Gourmets

Doch nicht nur auf der künstlerischen und architektonischen Ebene hat Rom einiges zu bieten. Die vielseitigen kulinarischen Angebote locken vor allem auch Feinschmecker in die Hauptstadt. Und tatsächlich lässt sich der anspruchsvolle Gaumen hier mehr als verwöhnen. Die von jüdischen Einflüssen geprägte römische Küche wartet mit einer Vielzahl unterschiedlichster Speisen auf, dominierend sind hierbei Fisch- und Nudelgerichte.

Eines der klassischsten Gerichte nennt sich in der Landessprache coda alla vaccinara, Ochsenschwanz in Wein mit Tomaten und Pfefferschoten. Auch pajata, gefüllter Kalbsdarm mit Tomatensoße, und abbacchio alla scottadito, Milchlammkoteletts, sind beliebt. Aus der jüdischen Küche stammt das traditionelle Baccala, frittierte Kabeljaufilets, die meist als Imbiss dienen. Suppli ist vor allem bei Touristen ein beliebtes traditionell-römisches Gericht, das in verschiedensten Varianten zubereitet wird. Im klassischen Sinne verstehen sich darunter frittierte Reisklößchen mit Mozzarella.

Natürlich kommt die römische Küche nicht ohne ihre weltberühmten Nudelgerichte aus. Neben Spaghetti alla carbonara ist daher vor allem das Bucatini all‘ amatriciana bekannt, Hohlnudeln mit Bauchspeck und Tomatensoße.